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Das „Integrated Applications Promotion“ (IAP) Programm und dessen Botschafterplattform für Zentral- und Osteuropa

16. September 2010

Weltraumanwendungen wie Navigation, Satellitenkommunikation und Fernerkundung sind Teil unseres täglichen Lebens geworden und daraus nicht mehr wegzudenken. Das Potenzial weltraumbasierter Anwendungen ist enorm und ein wichtiger Bestandteil vieler Bereiche, wie Flugverkehrsmanagement, Straßenverkehrsmanagement oder Zivilschutz, um nur einige davon zu nennen.

Lange Zeit waren Weltraumaktivitäten überwiegend auf Forschung und Entwicklung neuer Technologien ausgerichtet. Verhältnismäßig wenige Bemühungen wurden unternommen, vorhandene Weltraumtechnologien zu nutzen um nachhaltige Anwendungen und Dienste für Bürger zu schaffen, um diese im Alltag zu unterstützen. Die zunehmende Komplexität unserer modernen Gesellschaft, die Globalisierung der Wirtschaft, der steigende Druck auf natürlichen Ressourcen und die Sicherheit der Bevölkerung stellt uns vor neue Herausforderungen und erzeugt gleichzeitig neue Möglichkeiten für den Dienstleistungsmarkt.

Deshalb ist es notwendig, neue Dienstleistungen, durch die Integration von Weltraumsystemen in terrestrische Anwendungen, zu ermöglichen, um die vorhandenen Synergien, in Hinblick auf Nutzerbedürfnisse und Marktanforderungen, zu nutzen. Dadurch ergeben sich zahlreiche Vorteile für die Gesellschaft. Integrierte Anwendungen sind von großer Bedeutung in den Bereichen Katastrophenmanagement und intelligente Verkehrssysteme (einschließlich offener See und Sicherheitspolitik), im Gesundheitswesen (einschließlich Präventiv- und Notfallsituationen), sowie im Bereich Energieerzeugungs- und Netzwerkmanagement. Die Integration von existierenden Weltraumanwendungen erfolgt derzeit in vielen Bereichen durch die Nutzung einer einzelnen bestimmten Anwendung (z.B. Navigation). Daher ist der nächste Schritt die Entwicklung und Verbesserung von Dienstleistungen durch die Verwendung multipler Weltraumanwendungen um deren Vorteile zu bündeln.

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In diesem Zusammenhang hat die europäische Weltraum Agentur ESA das neue Programm Integrated Applications Promotion (IAP), oder auch ARTES 20 genannt, ins Leben gerufen, um vor-operationelle Anwendungen in starker Kooperation mit End-Nutzern und verschiedenen Interessensgruppen voranzutreiben.

Das IAP Programm unterstützt die Entwicklung neuer Dienste durch die Nutzung und Integration bestehender Weltraumsysteme (Satellitenkommunikation, Navigation und Erdbeobachtung). Das Ziel ist die Verbesserung bestehender oder Entwicklung neuer Dienstleistungen auf regionaler, Europäischer und globaler Ebene. IAP konzentriert sich auf die Bedürfnisse und Erwartungen unterschiedlicher privater und oeffentlicher Nutzergruppen, um die Nachhaltigkeit der entwickelten Anwendungen zu garantieren, und hat nicht zur Aufgabe, eine spezielle Technologie zu forcieren.

Das IAP Programm wird bisher in folgenden Marktsegmenten umgesetzt:

  • Gesundheit
  • Sicherheit und Schutz
  • Energie
  • Transport
  • Entwicklung

Durch die Rücksprache mit Nutzern und deren Bedürfnisse werden weitere Themenfelder untersucht und gegebenenfalls hinzugefügt werden.

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IAP ist bereits aktiv in verschiedenen Anwendungsgebieten, die von Energieerzeugungs- und Netzwerkmanagement bis hin zur Flugsicherheit reichen (z.B. der Frühwarnung und Risikoreduktion von Vogeleinschlägen in Flugzeugen). Das Programm ermöglicht neuartige und innovative Lösungen, die mit herkoemmlicher Technologie nicht umsetzbar gewesen wären. Auf diese Weise unterstützen integrierte Anwendungen die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Europa, während sie gleichzeitig verschiedene Bedürfnisse der Gesellschaft berücksichtigen.

Im Fokus des IAP Programmes steht der Kontakaufnahme und der Dialog mit Nutzergruppen, um deren Anforderungen und Bedürfnisse an neue (oder verbesserte) Dienstleistungen zu erfassen und zu bündeln.

Um mögliche Nutzer besser zu erreichen, baut die ESA, ein wachsendes Netzwerk von sogenannten Botschafterplattformen auf. Die Hauptziele dieser Plattformen sind:

  • Nutzer und Interessensgruppen über die Potenziale und Möglichkeiten des IAP Programmes zu informieren.
  • Bedürfnisse von Nutzern zu erfassen und das Engagement von Interessensgruppen zu fördern.
  • Nachhaltige Dienstleistungen anzuregen.

IAP Botschafterplattformen haben einen thematischen und/oder geografischen Fokus. Als IAP Botschafterplattformen mit einem thematischen Fokus wurden zum Beispiel die Plattform für Enhanced Mobility (Emob) und die Plattform für e-Health in Inaccessible Regions (eHIR) gegründet.

Mit einem geografischen Fokus wurde die Botschafterplattform für Zentral- und Osteuropa (APCEE) gegründet, um das IAP Programm integriete Anwendungen bekannt zu machen und Projekte in den Zentral- und Osteuropäischen Staaten (u.a. Österreich), zu stimulieren. Die APCEE wurde gemeinsam von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der ESA gegründet, und wird vom European Space Policy Institute (ESPI) in Wien betreut. ESPI, als eines der führenden Europäischen Institute im Bereich Weltraumpolitik, bietet der ESA kompetente Hilfe in diesem IAP Programm. Eine der Hauptaufgaben ist die Bekanntmachung von IAP unter verschiedenen Arten von Interessensgruppen (z.B. Entscheidungsträger, Politiker, Co-Finanzierer, Universitäts- und Forschungsinstitute, Dienstanbieter, Nutzer usw.). Aufgrund der Unterstützung durch ESPI wird auch jenen Unternehmen und Nutzerorganisationen, die bisher wenig Erfahrung mit der ESA haben, die Teilnahme an diesem Programm erleichtert.

Ein Community Portal, http://iap.esa.int/c/ceer, stellt weitere Informationen zur Botschafterplattform, die durch das ESPI betreut wird, bereit. Dieses Portal bietet einen Zugang für Akteure aus dem Zentral- und Osteuropäischen Raum, die an dem IAP Programm interessiert sind. Es beinhaltet aktuelle Nachrichten und Ankündigungen von Veranstaltungen rund um das IAP Programm, bietet einen Überblick über laufende Aktivitäten in den CEE Ländern, und verfügt über nützliche Dokumente. Die Registrierung auf diesem Portal ermöglicht den Zugang zu speziellen Dokumenten, wie zum Beispiel Berichten und Präsentationen, und ermöglicht die Teilnahme an Diskussionen mit anderen Mitgliedern dieser Seite. Außerdem können registrierte Mitglieder selbst Artikel auf diese Webseite stellen und werden automatisch per Email über Neuigkeiten informiert.

ESA’s invitation to tenders: http://iap.esa.int/tenders/all

Weitere Informationen & Downloads

Veranstaltungen

21. Mai 2012: Bemannte Raumfahrt - Quo Vadis?

Gernot Grömer berichtet in einem Multimediavortrag über aktuelle Pläne der wichtigsten Raumfahrtagenturen sowie über die Fortschritte der privaten Raumfahrt. Außerdem zeigt Grömer, wie ein kleines Land wie Österreich einen Teil zur bemannten Raumfahrt beitragen kann.

Wann: 21. Mai 2012, 19:30
Wo: Ursulinnenhof, Linz (Landstraße 31)
Eintritt frei

Mai 2012 ESA - Zeichenwettbewerb für Kinder bis 14 Jahre

Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Kinder bis 14 Jahre zum Zeichenwettbewerb ein.

Thema im Mai sind Planeten und Monde.

Die besten Einsendungen werden ausgewählt und in die online Weltraumgalerie der ESA gestellt.

Einsendeschluss ist 31. Mai 2012

Nähere Informationen unter

http://www.ffg.at/ausschreibungen/esa-zeichenwettbewerb-Planeten

16.-17. Juni 2012: UK Space Environments Conferences

Die UK Space Environments Conference beschäfigt sich  vor allem mit Weltraum-Medizin, Astrobiologie, Astrochemie und Mikrogravitionsphysik und findet heuer vom 16.- 17. Juni 2012 in Aberdeen, Großbritanien statt.

Kosten:
bis 1. April 2012:
81 GBP (Professionals), 57 GBP Studenten
ab 1. April 2012: 91 GBP (Professionals), 67 GBP Studenten

Wo:
Satrosphere Science Center, Aberdeen, Großbritanien

Keynotes:
Dr. Jeff Davis, Director of Space Life Science & Medial Operations for NASA
Prof. Charles Cockell, Professor of Astrobiology at Edinburgh University

24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.

Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.

Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.

SpaceCamp Webseite

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5.-11. Aug. 2012: UC 12 - Unicamp 2012

Zum dritten Mal lädt die Universität Innsbruck  gemeinsam mit dem Verein aut.architektur und tirol und dem Österreichischem Weltraum Forum zum Unicamp 2012. Jugendliche im Alter von 16 - 19 Jahren haben die Möglichkeit eine Woche lang mit Wissenschaftler der Universtität Innsbruck einen Woche zu verbringen.

Wann: 5. - 11. August 2012
Anmeldeschluss: 6. Juli 2012
Kosten: 300 EUR (inkl. Unterbringung, Ganztagsverpflegung und Exkursion)

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