Interview mit Max Kowatsch, Austrospace/ RUAG Space
22. Sept. 2009
(K.): Austrospace bezweckt die umfassende Information über die österreichische Weltraumindustrie und Weltraumforschung sowie die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Mitglieder gegenüber der öffentlichen Hand und internationalen Organisationen.
(Int.): Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?
(K.): Neben meiner Tätigkeit als Obmann von Austrospace bin ich Geschäftsführer der RUAG Space GmbH. Bei RUAG Space bin ich für das Gesamtgeschehen im Unternehmen verantwortlich, also für alle operativen und finanziellen Angelegenheiten.
(Int.): Wie kamen Sie zu dieser Stelle bei Austrospace?
(K.): Vor 2 Jahren wurde ich von den Mitgliedern zum Obmann gewählt, in den 10 Jahren zuvor habe ich als Obmannstellvertreter fungiert. In Austrospace findet man kein angestelltes Personal, nur Freiwillige.
(Int.): Arbeiten Sie auch mit europäischen/ internationalen Partnern zusammen?
(K.): Wir sind primär für die Vertretung innerhalb Österreichs zuständig, Austrospace betreibt kein Marketing für einzelne Mitglieder. Im Rahmen der Vertretung gemeinsamer Interessen kooperieren wir aber auch mit europäischen und internationalen Organisationen (z.B. mit ESA und UN bei Konferenzen und Ausstellungen).
(Int.): Was sind die aktuellsten Projekte, die Austrospace unterstützt?
(K.): Um ein paar zu nennen, diverse Ausstellungen wie zuletzt bei UNOOSA/UN-SPIDER Workshops im Juni in Wien oder die Sommerschule in Alpbach, die seit Jahren von Austrospace unterstützt wird.
(K.): Die österreichische Weltraumindustrie hat in ausgewählten technologischen Nischen durchaus eine sehr gute Position. RUAG Space gilt als einer der führenden Hersteller von GPS-Empfängern für den Einsatz an Bord von Satelliten, hat aber auch die Elektronik für die Erzeugung der Navigationssignale im europäischen Satellitennavigationssystem Galileo entwickelt. Siemens liefert Softwarelösungen für das Bodensegment von satellitengestützten Telekommunikations- und Navigationssystemen sowie elektrische Testausrüstung für komplette Satelliten-Subsysteme. Die Ariane-5 Raketen fliegen mit Treibstoffleitungen von MAGNA Steyr, und auch die übrigen Mitglieder von Austrospace sind etablierte Partner in Projekten der ESA. Die Schwerpunkte der industriellen Aktivitäten liegen sicherlich in den Anwendungsbereichen Erdbeobachtung, Navigation und Telekommunikation. Aktuelle Beispiele dafür sind das von ESA und EU gemeinsam finanzierte Programm GMES (Global Monitoring for Environment and Security), das Projekt SWARM, in dem mit Hilfe einer Konfiguration von 3 Satelliten das Magnetfeld der Erde vermessen werden soll, und das schon vorher erwähnte Galileo-System.
Auf dem Gebiet der Weltraumwissenschaft ist das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz immer wieder ein gefragter Partner in Missionen der ESA und NASA. Ein sehr aktuelles Beispiel dafür ist die Entwicklung von 2 Instrumenten für die Magnetospheric Multi-Scale (MMS) Mission der NASA, die vom IWF in Kooperation mit RUAG Space durchgeführt wird.
Wie gesagt, Österreich ist im Bereich Raumfahrt dort erfolgreich, wo es gelungen ist, sich durch spezielle technologische Stärken in ausgewählten Nischen nachhaltig zu positionieren.
Veranstaltungen
Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF.
Wann: 15. März 2012
Wo: Planetarium Stuttgart
Von 15 bis 17 Uhr heißt es für Kinder wieder, das Weltall mit selbst gebauten Raketen zu erkunden.
Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen.
Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012.
Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein.
Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012.
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